Waldershof – Die geplante Gemeinschaftsunterkunft (GU) für mindestens 150 Flüchtlinge in Waldershof ist vom Tisch. Das hat die Regierung der Oberpfalz am gestrigen Mittwochnachmittag Bürgermeisterin Friederike Sonnemann bestätigt. Das in der Kösseinestadt höchst umstrittene Projekt wird offenbar deshalb nicht weiter verfolgt, weil in jüngster Zeit die Flüchtlingszahlen zurückgegangen sind. Die Kommunale Entwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Kewog in Tirschenreuth mit Geschäftsführer Bernd Büsching an der Spitze war als Planer und künftiger Bauherr für das Projekt aufgetreten. Am heutigen Donnerstag hätte ein Gespräch mit Bürgermeisterin Sonnemann, Vertretern der Kewog, der Regierung und des Landratsamtes Tirschenreuth stattfinden sollen, um die Wogen zu glätten und zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Das ist nun nicht mehr notwendig. Gestern Nachmittag sagte die Kewog bei der Stadt Waldershof das Gespräch ab, worauf sich Sonnemann und Geschäftsstellenleiter Josef Kaiser mit der Regierung in Verbindung setzten. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Zugangsentwicklung sieht die Regierung der Oberpfalz vorerst von Neuanmietungen von Unterkünften für Asylbewerber ab“, teilte daraufhin Leitender Regierungsdirektor Wolfgang Schmitt den Waldershofern mit.

Bürgermeisterin Sonnemann sagte der Frankenpost, sie sei beruhigt, dass sich nun die Lage entspannt. Sie betonte, dass die Menschen in Waldershof nicht gegen Asylbewerber seien. Es würden Wohnungen für Flüchtlinge angeboten, Sprachkurse und weitere Hilfsleistungen. Vor allem wegen der Größe des geplanten Projekts war es in der Stadt zu Spannungen gekommen. Die Kewog wollte die Gemeinschaftsunterkunft an der Ritter-von-Wagner-Straße bauen, wo die Wohnungsbaugesellschaft ein Grundstück besitzt. An diesem Grundstück ist nun die Stadt Waldershof interessiert. Wie Bürgermeisterin Sonnemann bestätigte, denke man über einen Kauf des Geländes nach.

Quelle: www.frankenpost.de, 28.04.2016