Der Spielmannszug braucht dringend Verstärkung!

Liebe Waldershoferinnen, liebe Waldershofer,

wie schon der regionalen Presse zu entnehmen war, steht der Spielmanns- und Fanfarenzug Waldershof kurz vor der Auflösung, da wegen massiver personeller Probleme die Instrumente nicht mehr besetzt werden können.

Schon allzu oft mussten wir mit ein paar wenigen, treu dem Verein und der Marschmusik verbundenen Mitgliedern Auftritte bestreiten und haben leider momentan keine Aussicht auf Besserung.

Auf diesem Weg versuchen wir noch ein mal, Männer und Frauen, Jungen und Mädchen – alle, ob jung oder alt – zu finden, die interessiert sind, als „Spielmannszügler“ die Farben der Stadt Waldershof in der Region zu vertreten.

Sicher ist uns auch bewusst, dass die Marschmusik heutzutage nur noch schmückendes Beiwerk von Festzügen ist und wohl auch nicht mehr den Nerv der Zeit trifft. Wenn jedoch keiner mehr interessiert ist, aktiv dabei zu sein, diese Tradition in Waldershof beizubehalten und weiterzuführen, wird bald auch unser Spielmannszug der Vergangenheit angehören.

Wir freuen uns über jeden, der sich entschließt, einfach mal bei unseren Proben vorbeizukommen, zuzuhören, mitzumachen oder auszuprobieren. Möglicherweise findet der eine oder andere Spaß daran, dabei zu bleiben und mitzuspielen Wir proben immer dienstags um 19 Uhr im TSV-Sportheim.

Wir, die Vorstandschaft des Spielmanns- und Fanfarenzugs Waldershof würden uns freuen, von Ihnen/Euch zu hören.

Kontakt: spz-waldershof@gmx.de
Telefon: 09231 / 72113

 

Geschichte des Spielmannzugs

Anlass für die Gründung eines Spielmanns- und Fanfarenzug in Waldershof war ein Auftritt des Spielmannszuges Marktredwitz-Dörflas beim Hammerangfest 1959 in Waldershof. Bernhard Zeitler war der Hauptinitiator, der in Zusammenarbeit mit Erwin Halbauer, Egon Halbauer und Alfons Brunner nach monatelanger Vorbereitung am 30. Oktober 1959 die erste und eigentliche Gründungsversammlung im Gasthof „Schwan“ einberief. Dem neu gegründeten Verein traten spontan 17 Mitglieder bei. Bereits acht Tage später lud man zur zweiten ordentlichen Versammlung ein, bei der wiederum 11 Neuaufnahmen getätigt werden konnten.

Die damalige Vorstandschaft des Hauptvereins des TSV Waldershof konnte der neu gegründeten Sparte keinerlei finanzielle Unterstützung gewähren. Mittellos und nur auf den Idealismus der Mitglieder bauend, wurden von der neu gewählten Vorstandschaft unter dem Vorsitz von Bernhard Zeitler für 1100 DM Instrumente gekauft, um wenigstens mit den Proben beginnen zu können. Von den Mitgliedern wurde versichert, sämtliche Schulden gemeinsam zu decken, auch wenn das Vorhaben misslingen sollte.

Bald darauf mussten für weitere 1800 DM Instrumente beschafft werden. Nach dem Kauf von 4 Marschtrommeln, 12 Trommelflöten in B-Dur und 4 Landsknechttrommeln sowie 10 Fanfaren, wurde sofort mit den Proben im damaligen SPD-Heim am Hammerang begonnen. Alfons Jendrosseck erklärte sich sofort bereit, die Ausbildung der Pfeifer zu übernehmen. Das Marschtrommeln lehrte Egon Halbauer, während Günter Wessel und Arnold Weig die Fanfareneinübungen übernahmen.

Dank der vorbildlichen Kameradschaft innerhalb des jungen Vereins konnte der Spielmanns- und Fanfarenzug ein halbes Jahr später, am 30. April 1960, beim Zapfenstreich anlässlich des 1. Maifeiertages zum ersten Mal an die Öffentlichkeit treten.

Jede Mark, die von Freunden und Gönnern dem Spielmanns- und Fanfarenzug zugedacht wurde, floss in die Vereinskasse, wobei sich der Zug heute noch an dieser Stelle besonders bei den Geschäftsleuten herzlichst bedankt, die ihre Unterstützung, sei es bei Preisschafkopfveranstaltungen und sonstigen Anlässen, unter Beweis stellten.

Der Spielmanns-und Fanfarenzug war zur damaligen Zeit konkurrenzlos im Landkreis. Danach folgte 1962 die Gründung des Spielmannszugs Tirschenreuth und 1963 des Spielmannszugs Pechbrunn.

1964 übernahm Günter Wessel die Stabführung und somit die musikalische Leitung des Spielmanns-und Fanfarenzuges Waldershof. Nur seinem unermüdlichen, aufopfernden Einsatz und persönlichem Engagement ist es zu verdanken, dass der Waldershofer Spielmannszug ein aktiver Zug von jungen Leuten wurde, der wegen seines musikalischen Könnens nicht nur im Landkreis, sondern darüber hinaus immer wieder gefragt ist. 1981 wurde Gerhard Greger Stabführer, seit 1984 ist er auch Vorstand des Vereins.

Immer größer wurde die Nachfrage nach dem Spielmanns-und Fanfarenzug Waldershof, der zur musikalischen Ausschmückung zahlreicher Jubelfeste beitragen durfte. So wurden die Farben der Stadt nicht nur bei Festen im Landkreis sondern weit über die Grenzen hinaus würdig vertreten.

Der Spielmanns- und Fanfarenzug des TSV Waldershof hofft auch in Zukunft mit jungen Leuten, die bemüht sind, ein Instrument zu erlernen, den Namen der Stadt nach außen hin würdig vertreten zu können.
Mögen der Idealismus und die Kameradschaft, ohne die ein Verein nicht bestehen kann noch lange, lange Jahre erhalten bleiben!