Ab September 2017 gibt es in Waldershof einen Waldkindergarten.

Das Team:
C6-Wald-Kiga_Sabine_neu

„Lernen mit Kopf, Hand und Herz“
(ein Konzept von Johann Heinrich Pestalozzi)
Mein Name ist Sabine Reindl, seit vielen Jahren schon begleite ich als leidenschaftliche Erzieherin Kinder und Eltern. 2012 habe ich mich neu ausgerichtet, und einen anderen, spannenden und interessanten Weg eingeschlagen: den erfolgreichen Aufbau und die Leitung eines Waldkindergartens. Meine durchwegs positiven Erfahrungen und mein Wissen darüber gebe ich inzwischen auch als Referentin und Seminarleitung weiter, weil mir eine Verbreitung dieser Art der Pädagogik sehr am Herzen liegt.
Jetzt freue ich mich auf die wunderbare Aufgabe, mit den „Waldfüchsen“ ab September auf Entdeckungsreise zu gehen, gemeinsam die Schönheit der Natur mit allen Sinnen zu erleben, und den Kindern im freien Spiel die Möglichkeit zu geben, ihre Fantasie und ihre Neugier zu erhalten und auszuleben.
Kinder sind für mich Helden, Vorbilder, Zauberer und Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck, weil sie mir immer wieder aufs Neue zeigen, wie schön das Leben ist, und wie viel Freude es macht zu lernen. Lassen wir den Zauber zu – auf ins Abenteuer „Wald“!

C6 Wald-Kiga_Pia

„Das Schönste, was wir entdecken können, ist das Geheimnisvolle“
(Albert Einstein)
Mein Name ist Pia Würstl und ich wohne in der Nähe von Hohenhard.
Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für die Vorgänge in der Natur. Beobachten, hinterfragen und die Zusammenhänge erkennen – was gibt es Spannenderes? Diese Neugier konnte ich während meiner langjährigen Tätigkeit in Kindertagesstätten an die Kinder weitergeben, im Gegenzug aber auch von ihnen viel lernen. Sie haben noch einen natürlichen Zugang zur Natur und wenn man sie dabei unterstützt und leitet, bleibt ihnen dieser auch erhalten.
Der bewusste und „Sinn-volle“ Umgang mit den Schätzen der Natur ist mir sehr wichtig und wertvoll. Diese Werte möchte ich an die Kinder weitergeben und ihren ganz natürlichen Umgang mit dem Lebensraum Natur unterstützen.
Der Waldkindergarten ist für mich ein Ort, an dem die Kinder sie selbst sein dürfen, sich in ihrem Tempo mit ihren Bedürfnissen entwickeln und wachsen können.
Ich freue mich sehr auf eine spannende und erlebnisreiche Zeit mit den „Waldfüchsen“.

bastian_peetz

Mein Name ist Bastian Peetz, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Wiesau. Meine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher habe ich vor drei Jahren an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Weiden erfolgreich abgeschlossen. Ich arbeite unglaublich gerne in meinem Beruf. Ich übe ihn mit viel Herzblut und Enthusiasmus aus und bin der Meinung, dass es nichts Wichtigeres gibt, als eine pädagogisch korrekte und liebevolle Betreuung unserer Kinder. Was mich dazu bringt, ein, vielleicht auch zwei Sätze darüber zu verlieren, weshalb ich mich darauf freue, bald im Waldkindergarten arbeiten zu dürfen. Die Natur trägt unfassbar viel Potenzial in sich. Gemeinsam mit Kindern den Geruch von frischem Moos und die Beschaffenheit eines rauen, in Würde gealterten Baumes mit allen Sinnen zu erleben und zu entdecken sind nur zwei Bruchteile und ganz kleine Beispiele, weswegen die Arbeit in einem Waldkindergarten meiner Meinung nach erfüllend und bereichernd für uns alle gleichermaßen ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Lebendige Erlebnisse; Zwischenmenschliche Prozesse und dabei Wertevermittlung der ganz besonderen Art.

Vorbereitung auf die Schule im Rahmen der Waldpädagogik

„Wir werden Menschen brauchen, die wie Bäume in echten Wäldern wachsen! Mit dichtem Holz, guter Rinde, lebendige, widerstandsfähige, sozial kompetente, kreative Menschen. Menschen mit einem Fundament eben!“
(Herbert Renz-Polster)

Dieser Satz macht wunderbar deutlich, worauf es ankommt, wo die Wertigkeiten liegen, wie wichtig „Wurzeln“ sind. Und eben diese Wurzeln wollen wir unseren Kindern mit auf den Weg geben. Gerade die Waldpädagogik bietet dazu die allerbesten Bedingungen. Es geht eben nicht darum, um Bäume zu laufen, oder nur im Matsch zu sitzen. Das intensive Erleben der Natur, die Wahrnehmung der Jahreszeiten mit allen Sinnen schafft einen unerschöpflich großen Raum für die Entwicklung.
Die Natur selbst ist ein wertvoller Erzieher, der besonders die Kreativität eines Kindes anspricht. Und aktive, kreative Kinder sind wissbegierige Kinder – das ist wissenschaftlich bewiesen.

„Schulfähigkeit“ – der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule – dies sind auch in der Waldpädagogik fest verankerte Bildungsschwerpunkte. „Waldkinder“ sind immer in Bewegung, sie besitzen ein starkes Immunsystem und sind körperlich besonders stabil. Der Wald, die Natur, die die Kinder täglich erleben, in der sie sich bewegen, schafft außerdem beste Voraussetzungen für eine emotionale Ausgeglichenheit. Der Alltag der Kinder beinhaltet intensives Beobachten oder Sammeln, Ordnen, oder Experimentieren. Ihr selbstaktives Verhalten fördert zahlreiche Bereiche in der Entwicklung der Kinder. Die feste Struktur eines Waldkindergartens, und die zugrunde liegenden Konzepte sind ebenfalls intensiv auf die Förderung der Basiskompetenzen ausgerichtet.

Es liegt auf der Hand, dass es im Waldkindergarten auch Bereiche gibt, die unter Umständen nicht im gleichen Ausmaß gefördert werden könne, wie dies in einer Regeleinrichtung der Fall ist. Der Umgang mit Schere, Stiften und Kleber ist Wetterabhängig, ebenso der Einsatz von Puzzel oder Tischspielen. Aber das Interesse an Zahlen, Farben und Formen zu wecken, der Umgang mit Sprache und all den anderen Bereichen ist auch im Wald möglich. Die Natur bietet dafür die allerbesten Voraussetzungen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist geprägt von Offenheit und regelmäßigem, intensiven Austausch. Gemeinsam werden Aktionen und Projekte geplant und organisiert, und dann miteinander durchgeführt. Der Waldkindergarten ist ein intensiver Ort der Begegnung – was eine lebendige und warme Atmosphäre schafft, und nicht selten zu einer „Waldfamilie“ zusammen wächst. Diese intensive gemeinsame Begleitung gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Sie fühlen sich angenommen, ernstgenommen und einfach „richtig gut“.

Der beste Weg, „Schul – reif“ zu werden

Die Waldpädagogik beinhaltet auch die Kooperation mit anderen Institutionen – es werden öffentliche Einrichtungen der Stadt besucht, man macht Exkursionen zu Bauernhöfen oder den Regeleinrichtungen. Auch zu Fördereinrichtungen steht der Kontakt – ebenso ist eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit den Grundschulen üblich. Besuche seitens der Lehrkräfte mit den Schulklassen und Exkursionen in die Schule sind nur zwei Beispiele aus dem Alltag von Waldkindergärten.

Zum Thema Waldkindergärten gibt es bereits die unterschiedlichsten Studien, die sich mit dem Thema „Schulreife“ befasst haben und dies immer noch tun. Hier einmal näher hinzusehen verspricht interessant zu werden – es lässt sich aber schon jetzt erkennen, dass die Waldkinder den Vergleich mit Kindern aus dem Regelkindergarten nicht scheuen müssen.

Sabine Reindl
Erzieherin, Referentin für Natur- und Waldpädagogik, Seminarleitung, Ausbildung zur Qualifizierten Kitaleitung, Waldkindergartenleitung