VON DER ERSTEN URKUNDLICHEN ERWÄHNUNG BIS HEUTE!

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Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes „Waltershove“ ist datiert vom 1. Juli 1263. Im Kopialbuch des Klosters Waldsassen, welches im Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt wird, befindet sich eine Urkundenabschrift in lateinischer Sprache aus der hervorgeht, dass Landgraf Friedrich von Leuchtenberg (bei Weiden/Opf.) mit Einwilligung seines Bruders Gebhardt das Eigentum an seinem Schloss Waldershof dem Kloster Waldsassen übertrug. Das Schloss wurde um das Jahr 1100 erbaut und bildete den Ausgangspunkt für die Besiedlung des Ortes.

Mit der Urkunde vom 2. Februar 1463 gewährte Abt Nikolaus IV. von Waldsassen der Ortschaft die Marktrechte und verlieh ihm ein Siegel, welches das Wappen mit den drei Nadelbäumen auf einer Zinnenmauer zeigt. Eine weitere Abbildung von 1585 bestätigt das Ortswappen. Im 19. Jahrhundert wurde es willkürlich abgeändert; in den Siegeln und in der heraldischen Literatur ging man dazu über, in Verkennung der Zinnenmauer drei kleine Bäumchen in hohen Blumentöpfen zu zeigen. 1950 wurde das Wappen durch Marktratsbeschluss richtiggestellt, statt der Laubbäume jedoch mit drei Nadelbäumen. Zwei Jahre später stimmte das Staatsministerium des Innern der Annahme einer Gemeindefahne mit den Streifen weiss und rot zu.

Schloss und Markt blieben bis zur Säkularisation im Jahre 1802 im Eigentum des Klosters Waldsassen. Handwerk und Gewerbe gaben den Menschen jahrhundertelang Arbeit und Brot. Mit der Errichtung der Porzellanfabrik Haviland zog im Jahre 1907 das industrielle Zeitalter auch in den Markt Waldershof ein. Zeitweise waren in diesem bedeutenden Industriebetrieb über 1000 Arbeitnehmer beschäftigt. Seit der Verlagerung der Porzellanproduktion nach Speichersdorf befindet sich in Waldershof nur noch ein Werksverkauf.
Das älteste Wirtschaftsunternehmen in der Stadt ist das Sägewerk. Es wurde im Jahre 1885 vom Baumeister August Mayer gegründet. Der Betrieb ging im Jahre 1915 im Erbwege auf die Familie Schug über.

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Vertriebene in Waldershof eine neue Heimat. Bereits 1949 setzte eine rege Bautätigkeit der bodenständigen Baugenossenschaften ein, um möglichst rasch neuen Wohnraum zu schaffen. Auch der private Wohnungsbau blühte auf. Im Gefolge des Bevölkerungszuwachses siedelten sich Unternehmen der Blechwarenfabrikation, der Bekleidungsindustrie und des Werkzeug- und Fahrzeugbaus an.

Im Jahre 1963 verlieh der damalige Bayerische Staatsminister des Innern, Heinrich Junker, Waldershof den Titel „Stadt“. Seit dem Abschluss der Gebietsreform 1972 erstreckt sich das Gemeindegebiet von der Kösseine bis zum Südhang des Steinwaldes. Besonders die einegemeindeten Ortschaften Schurbach/Kössain und Rodenzenreuth am Fuße der Kösseine sowie Hohenhard, Poppenreuth und Helmbrechts am Nordausläufer des Steinwaldes eignen sich auf Grund ihrer Lage als Urlaubsorte. Sie sind ideale Ausgangspunkte für ausgedehnte Wanderungen und für die Ausübung des Wintersports.

Viele Arbeitnehmer haben ihren Arbeitsplatz im benachbarten Marktredwitz, umgekehrt sind viele Marktredwitzer in Waldershof beschäftigt. Beide Kommunen besitzen und unterhalten eine gemeinsame Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlange.